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Polycarbonat – kompletter Ratgeber zur Wahl der Polycarbonatplatte

Polycarbonat ist ein schlagfester Kunststoff, der als Alternative zu Glas verwendet wird, wenn Festigkeit, Sicherheit und geringes Gewicht wichtig sind. In diesem Ratgeber erhalten Sie einen Überblick über die Typen, Stärken, Anwendungen und Bearbeitung – damit Sie die richtige Polycarbonatplatte für Ihr Projekt wählen.


Was ist Polycarbonat?


Polycarbonat (Abkürzung PC) ist ein Thermoplast, der hohe Festigkeit, geringes Gewicht und eine gute Lichtdurchlässigkeit vereint. Das Material wird häufig als Glasersatz verwendet, weil es extrem schlagfest und zugleich flexibel im Einsatz ist. Vielleicht kennen Sie es unter den Markennamen Makrolon (Covestro) und Lexan (Sabic) – beides hochwertige Polycarbonatprodukte. Eine klare Polycarbonatplatte hat eine Lichtdurchlässigkeit von bis zu 86–90 %, wodurch sie sich für Lösungen eignet, bei denen sowohl Festigkeit als auch Durchsichtigkeit wichtig sind. Gleichzeitig widersteht das Material Stössen und Belastungen deutlich besser als traditionelle Materialien wie Glas und Acryl. Polycarbonat wird sowohl in privaten als auch in industriellen Lösungen eingesetzt – von Gewächshäusern und Überdachungen bis zu Schutzabschirmungen für Maschinen und Sicherheitsverglasungen.
Sehen Sie hier unser Sortiment an Polycarbonatplatten


Warum Polycarbonat statt Glas wählen?


Polycarbonat ist etwa 250-mal stärker als gewöhnliches Glas und etwa 30-mal stärker als gehärtetes Glas. Wo Glas bei einem Stoss meist zersplittert, nimmt Polycarbonat die Energie auf und biegt sich, ohne zu brechen. Deshalb wird das Material in allem von Polizeischilden bis zu Gewächshäusern eingesetzt. In der Praxis bedeutet das, dass Polycarbonat in Umgebungen mit Stoss-, Belastungs- oder Unfallrisiko eine deutlich sicherere Wahl ist. Darüber hinaus bietet Polycarbonat mehrere praktische Vorteile:
- Wiegt nur etwa die Hälfte von Glas – leicht zu handhaben und zu montieren
- Hohe Flexibilität, kann geformt und kalt gebogen werden
- Gute Beständigkeit gegen Temperaturschwankungen (–40 °C bis +120 °C)
- Gute Isoliereigenschaften

Das macht das Material besonders attraktiv für Bau, Industrie und Heimwerkerprojekte.


Wann sollten Sie Polycarbonat wählen?


Polycarbonat ist nicht immer die richtige Wahl – aber in vielen Fällen die beste. Wählen Sie Polycarbonat vor allem, wenn:
- Sie eine hohe Schlagfestigkeit und Bruchsicherheit benötigen
- Sicherheit wichtiger ist als optische Perfektion
- Das Material im Aussenbereich verwendet wird (wählen Sie immer UV-geschützt)
- Sie eine leichte Lösung statt Glas möchten
- Sie das Material bearbeiten, sägen oder biegen müssen

Für eher dekorative Lösungen, bei denen die Oberflächenqualität wichtig ist, kann Acryl (PLEXIGLAS®) die bessere Wahl sein. Aber in funktionalen, belasteten Umgebungen ist Polycarbonat oft überlegen.


Die Typen von Polycarbonat und ihre Anwendung


Polycarbonat ist in verschiedenen Varianten erhältlich, die jeweils für bestimmte Anwendungen optimiert sind.


Standard-Polycarbonat (massiv)


Massive Standard-Polycarbonatplatten sind durchsichtig und extrem schlagfest. Sie werden meist im Innenbereich für Lösungen verwendet, die Sicherheit und Langlebigkeit erfordern – zum Beispiel Schutzabschirmungen für Maschinen, Sicherheitsverglasungen und Vorfenster.
Sehen Sie Standard-Polycarbonat


UV-geschütztes Polycarbonat


Im Aussenbereich ist der UV-Schutz entscheidend. Ohne UV-Schutz vergilbt das Material mit der Zeit und verliert in 5–10 Jahren bis zu 50 % seiner Schlagfestigkeit. UV-geschütztes Polycarbonat hat eine Beschichtung auf einer oder beiden Seiten, um der Sonneneinstrahlung zu widerstehen, was eine deutlich längere Lebensdauer und bessere Beständigkeit bietet. Wählen Sie diese Variante für Gewächshäuser, Überdachungen, Terrassendächer und Wintergärten.
Sehen Sie UV-geschütztes Polycarbonat


Kratzfestes Polycarbonat (hartbeschichtet)


Polycarbonat ist von Natur aus weniger kratzbeständig als Glas und Acryl. Daher gibt es Varianten mit einer besonders harten Oberflächenbeschichtung (Hardcoat), die sie deutlich beständiger gegen Kratzer und Chemikalien macht. Diese werden meist dort eingesetzt, wo die Oberfläche sichtbar ist oder täglicher Belastung ausgesetzt wird – zum Beispiel in Geschäften, Maschinen und öffentlichen Räumen.
Sehen Sie kratzfestes Polycarbonat


Opales und rauchfarbenes Polycarbonat


Opale Platten (milchweiss) erzeugen Streulicht ohne direkte Durchsichtigkeit, während rauchfarbene (bronzefarbene) Platten das Licht dämpfen und ein ästhetischeres Erscheinungsbild ergeben. Beide werden oft für Überdachungen und kontrollierte Lichtdurchlässigkeit verwendet.
Sehen Sie opales und rauchfarbenes Polycarbonat


Polycarbonat vs. Acryl vs. Glas


Die Wahl zwischen Polycarbonat, Acryl und Glas hängt davon ab, was in Ihrem Projekt am wichtigsten ist – Festigkeit, Oberfläche oder optische Qualität.
Schlagfestigkeit:
- Polycarbonat: bis zu 250-mal stärker als Glas
- Acryl: 10–20-mal stärker als Glas
- Glas: Referenzwert (am schwächsten)

Gewicht:
- Polycarbonat: etwa die Hälfte von Glas
- Acryl: etwa die Hälfte von Glas
- Glas: schwer

Lichtdurchlässigkeit:
- Polycarbonat: 86–90 %
- Acryl: 92 %
- Glas: 90 %

Kratzbeständigkeit:
- Polycarbonat: gering (ausser hartbeschichtet)
- Acryl: gut
- Glas: am besten

UV-Beständigkeit:
- Polycarbonat: nur mit UV-Beschichtung
- Acryl: von Natur aus UV-stabil
- Glas: von Natur aus UV-stabil

Bearbeitung:
- Polycarbonat: kann gesägt, gebohrt und kalt gebogen werden
- Acryl: kann gesägt und gebohrt werden, ist aber spröde
- Glas: muss professionell bearbeitet werden

Lebensdauer im Aussenbereich:
- Polycarbonat: 10–15+ Jahre (UV-geschützt)
- Acryl: 15–30 Jahre
- Glas: 30+ Jahre

In professionellen Umgebungen wird fast immer Polycarbonat gewählt, wenn die Sicherheit im Vordergrund steht. Acryl wird gewählt, wenn Oberfläche und Klarheit entscheidend sind, und Glas, wenn optische Qualität unverzichtbar ist.


Wie lange hält Polycarbonat?


Die Lebensdauer hängt von der Anwendung, dem Typ und der Montage ab:
- Im Innenbereich: 20+ Jahre ohne Verschlechterung der Eigenschaften
- Im Aussenbereich ohne UV-Schutz: 3–5 Jahre bis zu sichtbarer Vergilbung und Festigkeitsverlust
- UV-geschütztes Polycarbonat im Aussenbereich: meist 10–15 Jahre mit Garantie, in der Praxis oft länger

Bei korrekter Montage und Pflege kann Polycarbonat viele Jahre halten, ohne seine Eigenschaften zu verlieren. Die meisten UV-geschützten Polycarbonatplatten werden mit 10 Jahren Herstellergarantie gegen Vergilbung und Festigkeitsverlust geliefert.


Welche Stärke sollten Sie wählen?


Die Wahl der Stärke hängt vom Projekt und der Belastung ab:
- 2–3 mm: leichte Aufgaben, Displays, Hobbyeinsatz und Schutz im Innenbereich
- 4–6 mm: Vorfenster, kleinere Fenster und leichter Schutz
- 8–10 mm: Überdachungen, Wintergärten und Maschinenschutz
- 12–15 mm: Ersatz für Sicherheitsglas und hohe Belastung
- 20+ mm: ballistischer Schutz und extreme Belastungen

Je dicker die Platte, desto höher die Festigkeit, Steifigkeit und Schalldämmung – aber auch der Preis und das Gewicht. Sind Sie unsicher? Rufen Sie uns an unter 041 533 2499 für eine Beratung.


Praktische Anwendungsbeispiele


Polycarbonat wird in vielfältigen Lösungen eingesetzt:
- Industrie: Maschinenschutz, Spritzschutz, Sicherheitsfenster
- Wohnen: Vorfenster, Terrassenüberdachungen, Wintergärten, Carports
- Garten: Gewächshäuser, Pergolen, Windschutz
- Gewerbe: Sicherheitsverglasungen, Thekenabtrennungen, Ladeneinrichtung
- Sport: Bandenverglasungen, Squashwände, Schutzbrillen
- Verkehr: Scheiben und Fenster von Fahrzeugen

Diesen Anwendungen ist der Bedarf an hoher Festigkeit und Sicherheit in Kombination mit Durchsichtigkeit und geringem Gewicht gemeinsam.


So bearbeiten Sie Polycarbonat


Polycarbonat lässt sich mit gewöhnlichem Werkzeug leicht bearbeiten, wenn Sie die richtigen Techniken befolgen.


Sägen


Polycarbonat können Sie mit einer feinzahnigen Stichsäge oder Kreissäge sägen. Wichtig ist, mit mässiger Geschwindigkeit zu arbeiten, um Wärmeentwicklung zu vermeiden, die die Kante schmelzen lassen kann. Verwenden Sie am besten eine Platte als Unterlage und lassen Sie die Schutzfolie während des Sägens auf dem Material.


Bohren


Verwenden Sie scharfe HSS-Bohrer und vermeiden Sie zu viel Druck, da dies Spannungen und Risse im Material verursachen kann. Bohren Sie immer mindestens 1,5 x die Plattenstärke vom Rand entfernt. Für grosse Löcher wird eine Lochsäge bei niedriger Drehzahl empfohlen.


Biegen


Das Material kann oft kalt gebogen werden (üblicher Mindestbiegeradius = 150 x die Plattenstärke). Bei engeren Radien kann Erwärmen erforderlich sein. Polycarbonat sollte vor dem Thermoformen 12–24 Stunden bei 120 °C getrocknet werden, um Blasen zu vermeiden.


So montieren Sie Polycarbonat richtig


Die richtige Montage ist entscheidend für die Langlebigkeit:
- Wärmeausdehnungsspielraum: Polycarbonat dehnt sich bei einer Temperaturänderung von 50 °C um etwa 3 mm pro Meter aus – planen Sie ausreichend Platz ein
- Schrauben und Befestigungen: verwenden Sie Schrauben mit Dichtungsscheiben und bohren Sie die Löcher immer grösser als die Schraube
- Anziehen: ziehen Sie das Material nicht zu fest an – es muss sich bewegen können
- UV-Seite: montieren Sie die UV-Beschichtung immer nach oben/aussen (auf der Folie vom Hersteller gekennzeichnet)
- Neigung: bei Dachlösungen wird mindestens 5° Neigung empfohlen, damit das Wasser ablaufen kann

Eine falsche Montage ist eine der häufigsten Ursachen für Probleme wie Risse, Undichtigkeiten und eine kürzere Lebensdauer.


Häufige Fehler, die Sie vermeiden sollten


- Sie wählen für den Aussenbereich Polycarbonat ohne UV-Schutz
- Sie verwenden zu dünne Platten für die jeweilige Belastung
- Sie montieren ohne Wärmeausdehnungsspielraum
- Sie entfernen die Schutzfolie während der Bearbeitung zu früh
- Sie reinigen mit aggressiven Chemikalien oder Scheuerschwämmen
- Sie montieren die UV-Seite verkehrt herum

Diese Fehler können die Lebensdauer erheblich verkürzen – von 15 Jahren auf 3–5 Jahre.


Pflege von Polycarbonat


Polycarbonat erfordert wenig Pflege, aber die richtige Reinigung ist wichtig:
- Verwenden Sie lauwarmes Wasser und ein mildes Spülmittel
- Vermeiden Sie Scheuerschwämme, Stahlwolle und harte Bürsten
- Verwenden Sie weiche Mikrofasertücher oder Schwämme
- Vermeiden Sie Reinigungsmittel mit Ammoniak, Aceton oder Benzin – diese greifen das Material an
- Spülen Sie anschliessend gut mit klarem Wasser nach

So erhalten Sie die Oberfläche und verlängern die Lebensdauer – besonders bei hartbeschichteten und UV-geschützten Platten.


Häufig gestellte Fragen


Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zu Polycarbonat.


Ist Polycarbonat besser als Acryl?


Das hängt von der Anwendung ab. Polycarbonat ist bis zu 10-mal stärker als Acryl und besser für Sicherheit und Aussenbereich. Acryl ist dagegen kratzbeständiger, hat eine bessere Lichtdurchlässigkeit (92 % vs. 88 %) und eine schönere Oberfläche.


Kann man Polycarbonat für Gewächshäuser verwenden?


Ja, Polycarbonat ist eines der beliebtesten Gewächshausmaterialien. Wählen Sie immer UV-geschütztes Polycarbonat, um Vergilbung zu vermeiden.
Sehen Sie hier UV-Polycarbonat oder sehen Sie bruchsicheres Gewächshausglas.


Kann man Polycarbonat selbst bearbeiten?


Ja, Polycarbonat eignet sich sehr gut für Heimwerkerprojekte. Sie können es mit gewöhnlichem Werkzeug sägen, bohren und kalt biegen. Wir bieten auch den Zuschnitt nach Mass an, bei dem wir die Platten genau nach Ihren Massen schneiden.


Was ist der Unterschied zwischen Makrolon und Lexan?


Makrolon und Lexan sind beide Markennamen für Polycarbonat. Makrolon wird von Covestro (früher Bayer) hergestellt und Lexan von Sabic (früher GE Plastics). Beide sind hochwertige Produkte, und der Unterschied liegt vor allem in den Spezifikationen und verfügbaren Varianten.


Was kostet Polycarbonat?


Der Preis hängt von der Stärke, dem Typ (Standard, UV, kratzfest) und der Grösse ab. Sehen Sie hier die aktuellen Preise für Polycarbonatplatten – Sie können die Platten auch nach Mass zugeschnitten bestellen.


Kann Polycarbonat schmelzen?


Die mechanische Gebrauchstemperatur von Polycarbonat liegt bei bis zu etwa 120 °C, und es schmilzt erst bei etwa 155 °C. Es ist selbstverlöschend und entspricht der Brandklasse B-s1, d0, was es für Umgebungen mit Brandanforderungen geeignet macht.


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